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Letze Woche war Dj Meeting in Dortmund. In diesem Rahmen gab es auch eine Diskussionsrunde mit der GEMA zu den Tarifen 2013. Wir machen hier auf der ToFa diesbezüglich ja schon mobil. Bei dieser Diskussionsrunde ging es zum Teil heiß her, da sich viele der GEMA gegenüber Luft machten.
So auch Dr. Motte. Sein Auftritt, bei dem er seiner Empörung freien Lauf gelassen hatte, konnte man auf zig Videos bereits bewundern. Auch wenn dieser Auftritt nicht unbedingt sehr professionell daher kam und auch für viel Kritik gesorgt hatte, so muss man sagen, wir verstehen den Doc.
Bei dem Thema, wie und was die GEMA macht und vor allem wie sie sich öffentlich präsentiert, haben auch wir dieses Gefühl im Bauch, welches gerade dazu „schreit“ herausgelassen zu werden. Bei der Arroganz und der Weltfremdheit dieses Vereins gehen die Emotionen mit so manchen in letzter Zeit immer öfters durch. Kein Wunder. Wenn man sich die Argumente der GEMA, alleine aus dieser Diskussionsrunde mal genauer betrachtet dürfte Wut noch milde ausgedrückt sein, was man dabei empfindet.
Nachdem wir uns den ganzen GEMA-Talk vom DJ Meeting angehört haben steht außer Frage: Die Gema hat keine Ahnung vom Nightlife und hat auch keinen Bock sich damit zu beschäftigen. Die Ansichten und Argumenten belegen, die GEMA ist in den 80s hängengeblieben und hat die Entwicklung im Veranstaltungs- und Nightlife komplett verpennt.
Alleine die Behauptung die Eintrittspreise würde sich pro Veranstaltung nicht ändern, sonder gleichbleibend sein, da man ja sein Konzept nicht andauert überdenken würde, zeigt wie weltfremd dieser Verein ist. Alleine die Bar99, hier mal als Beispiel genommen, hat Eintrittspreise von Frei, 0,99 Cent bis 10 Euro je nach Line Up. Diese werden immer erst bei der Planung der Line Ups und Kostenfrage festgelegt.
Ebenso behauptet die GEMA, sie würden an Hand einiger Blackboxen in Diskotheken, welche von Media Control ausgewertet werden, wissen was im Club läuft. Ein Behauptung, die für die meisten Clubs und Diskotheken nicht haltbar ist und jedweder Beschreibung spottet. Denn vor allem in unserer Szene dürfte die Media Control kaum Titel kennen geschweige denn erfassen können.
Dies sind nur 2 Beispiele die Aufzeigen, dass die GEMA ein Haufen von Dilettanten ist, die sich Ihren Job so zurechtbiegen, wie es am besten passt. Dabei werden vor allem wichtige Subkulturen und bestimmte Musikrichtungen schön auf kleiner Flamme gehalten und der Mainstream-Massenmarkt mit zum Teil grotesken Künstlerischen Inhalten wird mehr oder weniger bezuschusst, da die Verteilungsschlüssel und die Kontrollmechanismen der GEMA dies begünstigt.
Auch Dr. Mottes Aussage, dass die Aufteilung welche die GEMA zwischen „ernster Musik“ und „Unterhaltungsmusik“ vollzieht ein Skandal ist, finden wir völlig richtig. Wenn wir nämlich so anfangen, dann müssten wir auch zwischen echter Kunst und Kommerz unterscheiden und dann würde ein Dieter Bohlen sicher nicht so gut abschneiden.
Dr. Motte hat sich jedenfalls zu seinem Auftritt beim GEMA-Talk nun offiziell geäußert, was wir Euch nicht vorenthalten wollen. Anbei auch die Mitschnitte zur Diskussionsrunde, damit Ihr Euch selber auch ein Bild machen könnt.
Noch etwas zum Urteil Youtube vs GEMA. Wie Golem.de nun analysierte sind die Pressemeldungen über einen Erfolg der GEMA nicht ganz richtig. Zitat: „"In über 40 Ländern ist es Youtube gelungen, den Rechteerwerb mit Musikverwertungsgesellschaften zu regeln - nur in Deutschland nicht, wo die Gema - als weltweit einzige Verwertungsgesellschaft - auf einer hohen Mindestvergütung pro Abruf besteht. Und damit ist der eigentliche Verlierer des vorliegenden Rechtsstreits ausgemacht: die Gema." Mehr Hintergründe was das Urteil wirklich zu bedeuten hat findet Ihr hier >> KLICK <<.
Ich möchte vermeiden, dass diese Mitschnitte lediglich als überzogener Auftritt angesehen und als „lächerlich“ abgetan werden. Das Thema „GEMA Tarifreform 2013“ ist mir dafür schlicht zu wichtig und geht in der Konsequenz alle (!) Menschen an; egal ob sie Clubbesucher sind oder nur ein Feierabendbierchen in der Kneipe um die Ecke trinken.
Diskotheken, Clubs und Musikkneipen drohen Gebührenerhöhungen von 400 bis über 2.000 %. Veranstaltungen in Gastronomie und Hotellerie mit Tonträgermusik sind mit Erhöhungen von bis zu 100 Prozent konfrontiert.Die GEMA gibt an, dass durch die Streichung von 11 Tarifen „alles einfacher und gerechter“ werden würde. Das ist schlicht falsch und durch den Deutschen Hotel- und Gaststättenbundesverband (DEHOGA) belegt. link: www.dehoga-bundesverband.de/fileadmin/Inhaltsbilder/GEMA/GEMA-Tarifreform.pdf
Ich kann verstehen wenn mein Auftritt als „unprofessionell“ oder „lächerlich“ eingestuft wird; sicherlich begegne ich dem Thema Tarifreform auch mit großer Emotionalität. In diesem Fall ist meine Emotionalität aber auch ein Zeichen von Ohnmacht. Sich diese einzugestehen und öffentlich kundzutun ist wie ein Eingeständnis von Schwäche und so etwas fällt jedem von uns schwer.Ich möchte nicht länger nur ohnmächtig zusehen wie die Existenzgrundlage vieler Menschen innerhalb der musikalischen Infrastruktur Deutschlands durch mangelnde Kommunikation oder Ignoranz seitens der GEMA vernichtet wird. Deshalb möchte ich aufrütteln, bewegen, zur Auseinandersetzung mit dem Thema aufrufen.
Ich selbst bin seit vielen Jahren GEMA-Mitglied und kann diese radikale Tarifreform weder nachvollziehen, noch akzeptieren. Jedes zahlende Mitglied sollte sich durch die GEMA gut vertreten fühlen und das Recht haben, bei solch gravierenden Veränderungen mit zu entscheiden. Dazu braucht es einen transparenten Entscheidungsprozess!Bei der Talkrunde zeigte sich jedoch deutlich, dass Kommunikationsstrategien fehlen oder aber schlicht von Seiten der GEMA keine weitere Kommunikation gewünscht, respektive diese als Einmischung verstanden wird. Ich wünsche mir eine selbstkritische GEMA-Reform sowie eine ausgewogene und für alle Seiten vertretbare Tarifstruktur – und zwar unter Beteiligung der GEMA, Künstlern UND Musikkonsumenten.
Noch immer schweigen zu viele Artists; denken man könne „doch eh nichts gegen die da oben machen“. Ich will „wachrütteln“, zum Mitentscheiden anregen! Dazu bin ich auch bereit emotionale Wege einzuschlagen.Das Internet bietet die Möglichkeit sich an Petitionen wie dieser zu beteiligen: http://openpetition.de/petition/online/gegen-die-tarifreform-2013-gema-verliert-augenmass.
Viele Künstler versuchen direkt mit der GEMA in Kontakt zu treten. Das alles ist aber meiner Meinung nach schlicht noch zu wenig! Zudem besteht die Gefahr von „Zerstreuung“ durch zu viele Aktionen im Netz und das hilft am Ende nur der GEMA. Erst wenn der GEMA der Grossteil ihrer Mitglieder UND ZUSÄTZLICH auch ein Grossteil der Bevölkerung mit einer fundierten Meinung entgegentritt, kann ein transparenter Entscheidungsprozess stattfinden.
An dieser Meinungsbildung möchte ich als Künstler aber auch als Ehrenvorsitzender des Vereins electrocult_e.V. (www.electrocult.de) objektiv mit gestalten. Wenn Sie mich dabei unterstützen würden, wäre ich Ihnen sehr dankbar! Für weitere Fragen und Anregungen stehe ich jederzeit zur Verfügung.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Quelle: http://www.drmotte.de/wordpress/2012/05/stellungnahme-dr-motte-zur-gema-talkrunde-beim-dj-meeting-2012-in-dortmund/
Hier das Meeting mit der GEMA in Tonform komplett:
Nicht ganz komplett aber mit Bildern:
Und im speziellen der Auftritt von Dr. Motte:

Auf Grund eines zu hohen Spamaufkommens in den Kommentaren, wird jeder Kommentar vom Admin geprüft und freigegeben. Wir denken dies ist auch in Euerem Interesse, da Ihr sicher auch keinen Bock auf Werbung für gefälschte Gucci-Taschen, Potenzmitteln und anderen Dünnschiss habt.
Eure ToFa
29.05.2012 - 10:59:41 |
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27.06.2012 - 16:01:18 |
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