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After deluxe...
The Diary | 31.01.2007 - 00:49:35
... als weiter, weiter, weiter.
Lilapulver:  Jetzt mach ich mal das, was ich nie machen wollte: ich schlage für meine Einleitung bei Wikipedia nach! Uaaahhh… Und zwar: After Hour. Immerhin ist mein Gatte einer der ersten After Hour Veranstalter Deutschlands gewesen. Erinnert Euch: rUnterkommen in die U-Bar. Unvergessen und Legendär. Also, Wikipedia sagt: Unter Afterhour (engl. Stunden danach) versteht man in der Club-Szene eine Veranstaltung mit elektronischer Tanzmusik, die meist sonntags oder samstags in den frühen Morgenstunden beginnt. Afterhour-Veranstaltungen werden besucht, um ein partyreiches Wochenende ausklingen zu lassen oder das Ende einer Nacht hinauszuzögern. Um Müdigkeitserscheinungen zu beseitigen, werden auf After Hours-Veranstaltungen oft aufputschende Drogen wie Amphetamine oder Ecstasy konsumiert. Die ersten Afterhour-Clubs entstanden Anfang der 90er Jahre in der Techno-Szene und etablierten sich vor allem in Europa und den USA. Als erster deutscher Afterhour-Club gilt der Walfisch in Berlin. Eine After-Afterhour ist eine Veranstaltung, die an die Afterhour anknüpft und meist am frühen Abend beginnen. Als Gegenstück zur Afterhour gibt es den sogenannten Warm-up um sich auf das Wochenende einzustimmen.

Aaaalso… Das kann man eigentlich so stehen lassen. Vielleicht sind einige da immer noch dick im Geschäft bzw. in der Szene, was das Treffen nach durchzechter Nacht angeht. Ich bin es nicht mehr oft, aber ich hab einige mitgemacht und kann sagen (ohne die Sache mit den aufputschenden Drogen wirklich bestätigen zu wollen): was haben wir gelacht…

Etwa, als eine Gruppe von Leuten, die nur kurz was zu trinken von der Tankstelle holen wollten, zehn Minuten später vergeblich an der Tür Sturm klingelten und riefen – der Hausherr und Gastgeber, der als einziger daheim geblieben war, oben eingeschlafen. Keiner hatte einen Schlüssel und nach einer halben Stunde wagte ein verwegener Partygast, nicht mehr ganz nüchtern, den direkten Weg von der Straße ins Wohnungsfenster. Im 2. Stock! Einfach die Fassade an der Dachrinne hoch… Oder die Nacht als wir, ganz in weiss, und es war Sommer, unsere Seele aus dem Leib tanzten und, eigentlich glückliche Singles, den Typen mit dem ausgeprägten Pony (heute mit neuer Frisur redlicher Frankfurter DJ), mit nach Hause nahmen. Schon auf dem Heimweg beachteten wir ihn nicht mehr. Er startete noch den ein oder anderen Kommunikationsversuch, aber wir wollten nicht mehr mit ihm reden… Ich glaube, der ist heute noch sauer… Stehe ich im Disco Backstage und da stolpert ein total taumelnder Typ mit Kappe rein, stöbert in seinen Taschen und kann in keinster Weise mehr gerade aus schauen. „Ich glaub ich hab gerade 500 EUR verloren – im Taxi“… Da dämmerte mir, welcher Teil eines deutschen DJ Duos das war. Klar, dass wir ihn mit auf After nahmen, so verloren, wie er ohne seine Gage und ohne seine Platten (die, wie sich später heraus stellte, sein Bruder für ihn mitgenommen hatte) erschien. Er hing immer an meiner Hand und sagte (O-Ton) „bitte lass mich nicht allein – ich hab doch nur dich“… Einmal überließ ich meinen Wohnungsschlüssel ein paar Freunden, ohne mir bewusst zu sein, dass diese dort kurzerhand eine Party anzettelten. Ich kam als letzte aus dem Club nach und fand 30 Fremde in meiner 27qm Wohnung, die mir netterweise erlaubten, mich aus dem Kühlschrank zu bedienen... Eine andere After Hour verbrachten wir in den Strassen Frankfurts alle gemeinsam „Ein Rudi Völler, es gibt nur ein Rudi Völler“ krakeelend (mal so neben all dem 2006 aufgekeimten Patriotismus: 2002 waren wir Vizeweltmeister, oder?). Einmal waren wir zur After sogar bei einer Bundestagswahl – keine Ahnung mehr, wo ich mein Kreuzchen gemacht habe… Und letztendlich habe ich auf einer After Hour auch Ziel100 kennen gelernt. Im heißen Tal von Abtweiler… Wer sagt, auf Parties lernt man nicht den Mann seines Lebens kennen, dem das Gegenteil zu beweisen sind wir angetreten.
Wünsche Euch weiterhin viel Spaß beim Aftern und dass ihr immer das Glück habt, auf Eurer kleinen Privatparty auch wirklich der englischen Bedeutung des Begriffs zu begegnen;-)
Jetzt übergebe ich das Wort an den ungekrönten After Hour König:

Ziel100:  Das Feld der After Hours ist auf jeden Fall schon mal ein weites. Privat, organisiert, chaotisch, spontan. Lustig, wahnsinnig, erschreckend bis zu unglaublich.  Ohne jetzt selbstherrlich sein zu wollen, darf ich mir den Expertenstatus selbst verleihen, wenngleich meine Frau mich ja eben schon in den Hochadel des After feierns erhoben hat... Habe wirklich jahrelang mit rUnterkommen jeden Samstag und Sonntag den ganzen Tag über gefeiert. Das Publikum fand ich immer interessant. Total durchgerockt, teils willenlos, niemals nüchtern. Ganz im Gegenteil. Und dann diese Meute über Stunden zum ausflippen bringen – das ist eine Aufgabe! Ich behaupte, wer eine After Hour rocken kann, der versteht sein Handwerk.

Was eine After aber unvergesslich macht, sind die speziellen Erlebnisse, von denen man niemals Kenntnis hätte, wäre man nicht doch noch „mit den anderen“ mitgegangen.   Lustig war es zum Beispiel mal im Schwabenländle, als wir privat After gemacht haben und uns zuvor in der Tankstelle mit allen notwendigen Utensilien – Jägermeister, Bier, Wasser, Kaugummis und Schoki – eingedeckt haben. In unsere Tüten mogelte sich auch noch eine Tiefkühlpizza. Privat an- und untergekommen bemerkte der Wohnungsbewohner, dass er weder einen Herd noch eine Mikrowelle besitzen würde („Wozu gibt es denn Bringservice?“). Daraufhin wurde die Pizza – nicht von mir! – kurzerhand im gefrosteten Zustand gegessen!

Schön sind auch die von meiner Frau angesprochenen Situationen, wenn man im Heimischen als Fremder eingeteilt wird. Da wird man beim Auflegen auch schon mal angepöpelt „Hiah, isch lehg jetz aufh, hiah...“. Klar was folgt: Ich sag „nö...“ und der Geselle, den ich mein Leben lang noch nicht gesehen hatte, regt sich auf „Du lehgst bei mia inner Wohnung aufh, dass is meine Wohnung, ich wohn hiah, mach dich jetz ab, hiah!“. Glücklicherweise konnte man ihn davon überzeugen, dass er doch ganz wo anders hingehört... im speziellen Fall nämlich: Vor die Tür!

Sehr großzügig war die Einladung eines Barbesitzers in Bombay, der nach meinen Gig einfach alle aus dem VIP Floor in seine benachbarte super schicke Lounge einlud. Das beste: Er ließ uns ein und ging dann wieder. Die Bar (inklusive Füllung) stand uns zur freien Verfügung. Ohne Limits. Da stand ich nun, bzw. nach kurzer Zeit musste ich sitzen, und machte im fernen Bombay den edelsten Wodka zwischen indischen Models, Filmproduzenten und Szenegrößen weg. Meine Gage wurde in Landeswährung ausgezahlt und passte lustigerweise in meine beiden Hosentaschen nicht rein. Da war dann wirklich mal dicke Hose angesagt. Zum Glück konnte ich meine ebenfalls bediente Frau davon überzeugen, dass ein „Lila Pulver was here“ auf der weißen Ledercouch eher kein netter Gastgruß wäre und konfiszierte vorsorglich alle Eddings in ihrer Reichweite. Schwer diese Nacht zu vergessen.

Unvergessen auch, wie ich in München Sonntagmittags um 16 Uhr ins Hotel eincheckte nach einer nachhaltigen After Hour und mich entkräftet im Aufzug auf meinem Plattencase nieder ließ. Irgendwo zwischen Erdgeschoß und siebtem Stockwerk übermannte mich der Schlaf und ich machte ein vorübergehendes Nickerchen, das erst unterbrochen wurde, als der Aufzug zurück im Erdgeschoß von anderen Gästen betreten wurde. Die haben entsprechend irritiert geschaut, wie ich im übrigen auch!

Generell sind mir eh die wahnwitzigsten Sachen eigentlich nach der After Hour, sozusagen bei der After-After Hour, passiert. Als ich beispielsweise eines Sonntagsabends nach einem 8-Stunden Set und etlichen Jägermeistern nach Hause kam, entdeckte ich in meiner Wohnung noch einige Überbleibsel einer After, die sich hier wohl parallel zu meiner abgespielt haben musste. Es gab keinen Tropfen zu trinken mehr, die Luft war schwer vom Rauch und auf meiner Couch schliefen ein paar mir bekannte Freundinnen meiner damaligen Freundin, die wiederum unser Bett okkupierte. Ratlos und müde verkroch ich mich erst mal auf die Toilette um dort big business zu machen. Verständlicherweise zog ich gegen Ende ab und war dann eher überrascht, als sich der Schüsselinhalt plötzlich zwischen meinen Füßen auf den Boden ergoss. Die Toilette war definitiv verstopft. Erstmal die Strümpfe, die durchnässt waren, gewechselt, den Boden angewidert aufgewischt und dann ratlos vorm randvollen Lokus gestanden. Selbstverständlich haben die anderen Wohnungsbesetzer seelenruhig weiter geschlafen. Leider brachten die Versuche mit der Klobürste und einer speziellen Reinungsspirale rein gar keinen Effekt. Also Augen zu und durch: Gummihandschuh an und mit der Hand dem Übel zu Leibe gerückt. Aber selbst das konnte nicht helfen. Kurzfristig dachte ich an die Möglichkeit einen Rohrreinigungsservice zu rufen, aber Sonntagsabends dürfte das 300% Aufschlag kosten und meine Wochenendgage wollte ich eigentlich anderweitig investieren. Nochmals nachgedacht und dann mit Hilfe von diversen Zangen die ganze Schüssel abmontiert (inklusive Entladung des Schüsselinhalts auf den Boden, also entsprechend auch auf mich). Vor mir klaffte ein kreisrundes, schwarzes Loch im Boden. Es gab ja eh kein zurück mehr und ich tauchte mit meiner behandschuhten Hand ab in die Tiefe. 10cm, 20cm, 30cm. Nichts zu finden, was die Verstopfung gerechtferigt hätte. Ich ging auf die Knie und noch mal 10cm tiefer. Leider waren das die entscheidenden falschen 10cm, denn mein Handschuh war am Ende und somit in Null komma nix „gefüllt“. Letztendlich war das aber jetzt auch egal und die Verstopfung war auch immer noch nicht lokalisiert. Von den Knien legte ich mich also auf den Bauch und tauchte über den Ellenbogen und dann sogar mit dem gesamten Arm bis zur Schulter ab. Und tatsächlich, da unten hatte sich irgendwas verklemmt. Nicht, das mein Tauchgang schon schlimm genug war, ich musste auch noch einen WC-Stein Halter, der mit einer Damenbinde umwickelt war, zu Tage fördern. Der Rest des WC Steins hatte zu allem Übel auch noch meinen gesamten Arm blau eingefärbt. Da stand ich nun, blauer Arm, Knie und T-Shirt voller Scheisssoße und vor allem total durch. Während ich die Sauerei beseitigte, kam meine Freundin schlaftrunken um die Ecke und fragte, warum ich so viel Krach machen würde. Egal, wenigstens war die Toilette wieder frei.

Also passt mir schön auf, dass ihr es nicht zu wild, nicht zu lang und nicht zu bunt treibt. Sagt mir aber unbedingt Bescheid, wohin ihr geht. Ich komm mit!

 

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Eure ToFa


   maurice
04.06.2007 - 13:23:15  

..ähem sorry... "einer der ersten afterhour veranstalter deutschlands"? madame belieben zu scherzen würde ich sagen...
    

01.07.2007 - 03:02:23  

Da muss ich maurice leider zustimmen. Ich bin bereits 1994 regelmäßig morgens aus dem Klangwerk (AB/Nilkheim) raus ins Mad, einem Afterhour Club, der jedes Wochenende ab 7 - 8 uhr früh die Feierwütigen aus dem Klangwerk empfing.
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   Anni
10.08.2007 - 23:04:18  

KLANGWERK oh man das war die geilste Zeit danach immer ins MAD ahhhh wenn ich daran denke
    


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